| Der Beginn de Feuer machens |
Der Mensch hat zahllose Methoden erfunden, das kostbare Element selbst zu erzeugen.
Die kulturell ältesten Völker wie die Australier erzeugen den Funken, indem sie einen Holzstab auf einer Holzunterlage bohren, quirlen oder reiben oder indem sie ein Stück weichen Holzes mit einem Hartholzbumerang „sägen", bis das Holz sich entzündet.
Wenn die abgeriebenen Holzteilchen zu glimmen beginnen, werden sie mit Zunder aufgefangen und mit trockenem Gras bedeckt, bis eine Flamme entsteht.
Der sogenannte Feuerbohrer ist ein runder Stab, der in den Kerben eines anderen Stabes gedreht wird. Das Quirlen wird fortgesetzt, bis Rauch von dem Holzstaub und dem untergelegten Zunder aufsteigt, auf den vorsichtig geblasen wird, bis er sich zur Flamme entwickelt.
Eine Feuersäge besteht meist aus zwei Bambusscheiten, von denen eins in Zunder gebettet wird, während das andere in sägender Bewegung in der Kerbe hin und her bewegt wird.
Eine andere Abart des primitiven Feuerzeugs ist der polynesische Feuerreib er, der aus einem Stück angespitzten Hartholzes besteht, mit dem ein weicheres Stück Holz gerieben wird, bis die Holzteilchen sich zu entzünden beginnen.
Diese Methode des Feuerbohrens ist über die ganze Welt verbreitet, von den afrikanischen Buschmännern bis zu den Indianern Nord- und Südamerikas. Interessante Abarten sind der Schnurbohrer, der Bogenbohrer und der Pumpenbohrer der nordamerikanischen Indianer, bei denen Schnuren und Spindeln die mühselige Arbeit des Bohrens erleichtern. Der sogenannte Feuerpflug, das Reiben eines längsgerillten Brettes oder Stabes mit einem anderen Stab, ist in Borneo, Polynesien und Mikronesien üblich und wird auch in der phönikischen Schöpfungsmythe erwähnt. Andere Varianten der Feuersäge werden von den Malayen und den Eingeborenen Neuguineas benutzt.
Sogar primitive Feuerzeuge sind erfunden worden, bei denen Stein gegen Stein oder Metall gegen Metall geschlagen wird.
Diese Methode wird vor allem von südamerikanischen Stämmen angewandt. Auch die Eskimo haben Feuerzeuge, da in den Eisgebieten der Arktis kaum trockenes Holz zum Feuerreiben vorhanden ist und die Eingeborenen daher auf andere Materialien angewiesen sind.
Komplizierter ist die in Indien und auf Borneo übliche Methode der Feuererzeugung mit der Feuerpumpe, einem Holzzylinder, in dem ein Stück Zunder mit Hilfe eines genau eingepaßten auf und ab bewegten Zugstempels erhitzt und zusammengedrückt wird, bis Funken entstehen.
Viele dieser uralten Methoden der Feuererzeugung haben die Jahrtausende überdauert. Genau wie für die noch heute lebenden Naturvölker hing auch für den prähistorischen Menschen das Leben von dieser Kenntnis ab. In den Eiszeitgräbern des nördlichen Europas sind Schwefelkies und Feuersteine dicht nebeneinander aufgefunden worden.
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